Akzeptanz, Wertschätzung und Zuhören, das sind für mich drei wesentliche Eckpfeiler in meiner psychologischen Beratung. Ich begleite Dich einfühlsam auf Deinem Weg aus der persönlichen Krise und freue mich sehr, dass wir über meinen Blog in Verbindung stehen.
Heute möchte ich Dir gerne 3 Ansätze mit auf den Weg geben, warum es für jeden Einzelnen von uns wichtig ist, sich abzugrenzen und „Nein!“ zu sagen.

 

Warum Nein sagen so wichtig ist!

Kennst Du das Gefühl des „zu viel“ nur zu gut? Eine 40 Stunden Woche, Doppelbelastung aus Beruf und Familie dazu noch private Sorgen? Wir alle kennen das Gefühl des Ausgeliefert sein, Ohnmachtsgefühl oder gar Kontrollverlust. Stress begleitet viele von uns beinahe täglich. Wir werden an unsere Grenzen der Belastbarkeit geführt oder im schlimmsten Fall landen wir im Burn Out. Wie kannst Du erkennen, was ist selbstverursachter Stress, wie kannst Du lernen Prioritäten zu setzen und wie gelingt es Dir einfach mal „Nein!“ zu sagen.

 

Mir fallen direkt drei Ansätze ein, warum es wichtig für Dich ist Nein zu sagen.

Es hilft Dir dabei Stress zu vermeiden

Wir sind heute durch Handy, Computer und Co. mit vielen Menschen vernetzt. Dadurch sind wir permanent erreichbar und auf unseren Bildschirmen bewegt sich etwas und macht auch noch Töne. Dadurch entsteht ein Gefühl der inneren Gehetztheit. Dann gibt es noch die Einladung auf das spannende Event. Als soziale Wesen haben wir das Bedürfnis dazuzugehören. Wird diese Zugehörigkeit in Frage gestellt, bereitet es uns Stress. Früher waren wir auch schon Gruppentiere, jedoch gab es wesentlich weniger Veranstaltungen. Diese waren eher ritualisiert im Jahresverlauf, wie z.B. Nikolausfeier, Schützenfest, Sonnenwendfeuer und auch sehr überschaubar. Heute sind wir viel globaler und komplexer vernetzt. Das Gefühl in einer Tretmühle zu stecken aus dem ich Du Dich nicht befreien kannst: hier eine Verpflichtung eingegangen, dort möchtest Du etwas gut machen; da hat jemand einen Wunsch an Dich…

Unterschiede zwischen Frau und Mann

Dabei gibt es deutliche Unterschiede, genetisch oder sozial bedingt, zwischen Mann und Frau. Frauen sind zuständig für das Soziale und haben einen deutlich weiteren Blickwinkel als Männer, was die soziale Gruppe, die Stimmung und die Gefühle anderer angeht. Die modernen Männer von heute ziehen allmählich nach, aber das dauert noch eine Zeit, bis hier ein emotional bedingtes Gleichgewicht entsteht. Ein Beispiel aus dem täglichen Leben vieler Familien: Familie, 4 Kinder – Gäste sind zu Besuch, alle sitzen um einen großen reichlich gedeckten Tisch herum. Die Frau hat das Essen zubereitet, Tisch gedeckt und alle sitzen guter Laune und unterhalten sich angeregt. Die Kinder toben. Die Gastgeberin unterhält sich angeregt und bekommt dabei trotzdem mit, wie hinten jemand am Tisch das Brot braucht. Noch bevor dieser Mensch den Mund aufmacht, redet die Gastgeberin weiter und reicht parallel den Brotkorb rüber. Das würde dem Gastgeber und/oder Sohn (Achtung Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) nicht so schnell auffallen. Denn die bekommen das gar nicht so mit, denn sie unterhalten sich jetzt gerade.

Wenn man solche oder ähnliche Situationen über den Tag hochrechnet, kommt so einiges zusammen. Für viele Frauen ist es nicht einfach, sich abzugrenzen, auf Grund der ausgeprägten Sensibilität für die Empfindungen und Bedürfnisse anderer. Dazu kommt die unglaubliche Summe an Aufgaben und Verantwortung, die uns das Leben als moderne Frau beschert: Berufstätigkeit, Haushalt, Kinder…. Das ist eine ganze Menge!

Perfektionismus – nur ein innerer Antreiber

Hinzu kommen die hohen Ansprüche an sich selbst (Perfektionismus), die über gesellschaftliche Bilder oder Werbung weiter angefeuert werden. Und innere Antreiber, die uns zum Beispiel einflüstern, dass man etwas leisten muss, um geliebt zu werden. Letztlich steht auch dahinter wieder die Sorge, nicht mehr dazuzugehören.

 

Wie gelingt es denn nun Nein zu sagen?

Wie können wir nun langsam anfangen aufzuräumen bzw. „Nein!“ sagen? Indem man ganz praktisch Reize reduziert. In der digitalen Kommunikation bedeutet das: Klingelton ausstellen, SMS stumm stellen und dafür sorgen, dass sie nicht auf dem Sperrbildschirm aufpoppen und unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auch am Computer lässt sich alles so einstellen, dass man keinerlei Notifications mehr bekommt. Somit bleibt Raum, seiner Tagesstruktur, Bedürfnissen und Wünschen nachzukommen. In Deinem Zuhause ist es hilfreich äußere Grenzen für Rückzug zu schaffen. Ist genügend Platz für ein eigenes Zimmer, dann richte es Dir so ein, wie Du es brauchst, um für die nötige Ruhe zu sorgen. Wenn jemand etwas will, kann er ja klopfen. Ist Dir alles zu viel, hilft auch ein kleiner Spaziergang in der Natur. 20 Minuten reichen oft aus, um den Kopf wieder frei zu haben und sich auf seine Wertehierarchie zu besinnen.

 

Du darfst enttäuschen

Sich frei entscheiden zu können, bedarf der Erlaubnis auch einmal enttäuschen zu dürfen. Gibst Du Dir selbst nicht die Erlaubnis Dich für Dich und Deine Haltung entscheiden zu dürfen, enttäuschst Du Dich jedes Mal aufs Neue selbst. Dein Inneres Kind wird ein ums andere Mal wieder zurückgewiesen und erleidet erneut Verletzungen.

Gerne erwähne ich an dieser Stelle: Wer glaubt enttäuscht zu haben, hat sich vielleicht im Vorfeld selbst getäuscht!

In unserer kindlichen Entwicklung sind wir stark abhängig von der Zustimmung unserer Eltern, Bezugspersonen und anderer Menschen. Das Kind möchte aus Angst vor Zurückweisung oder Ablehnung, welches je nach Entwicklungsstand auch der sichere Tod bedeuten kann, am liebsten alle Erwartungen erfüllen. Das bedeutet es bewegt sich permanent im Außen. Beschäftigen wir uns jedoch nur mit den Erwartungen unserer Mitmenschen und deren Erfüllung, sind wir nicht in der Lage unseren eigenen Weg zu gehen. Wir sind fremdbestimmt und verlieren unsere Verbindung zu unserem eigenen „Ich“. Das bedeutet auf lange Sicht: wir geben die Verantwortung für unser eigenes Leben in fremde Hände, werden zum Spielball, verlieren die Kontrolle und im schlimmsten Fall unseren ureigenen Lebenssinn. Unsere Ängste andere zu enttäuschen sind zumeist diffus, nicht wirklich greifbar und werden meist nicht zu Ende gedacht. Die wichtigste Frage, die wir uns alle in dem Moment stellen sollten, wenn wir merken, dass wir wieder mehr im Außen sind: „Was kann im schlimmsten Falle wirklich passieren?“

Erlaube Dir auch einmal enttäuschen zu dürfen, dann fällt Dir ein Nein deutlich leichter. Mache Dir klar, dass Dein Unterbewusstsein Dir nur versucht einen Streich zu spielen, indem es in die Köpfe Deiner Mitmenschen Enttäuschung projiziert, wenn Du eine Bitte/Wunsch ablehnst. Dein falsch gemeintes „Ja“ dient nur zur Beruhigung und Sicherstellung, dass Du nicht abgelehnt wirst. Je öfter Dein falsch gemeintes „Ja“ über Deine Lippen kommt, desto mehr wirst Du merken, wie Du immer schlechter gelaunt wirst, gestresst oder Dich sogar ausgebrannt fühlst.

 

Schone Dein Energielevel

Mache die Erfahrung, dass je öfter Du ein Nein aussprichst, Deine Mitmenschen zumeist kein wirkliches Problem damit haben. Wenn Du öfter einmal nicht „Hier“ sagst, wenn es eine Aufgabe zu verteilen gibt, schonst Du Dein Energielevel und stehst mehr für Dich und Deine Bedürfnisse ein. Du übernimmst somit Verantwortung für Dich, Dein Leben und Dein Tun. Das Ergebnis wird sein, dass Du eine bessere Grundstimmung verspürst, mehr zu Dir findest und Dich somit auch besser abgrenzen kannst.

Je mehr Du Dich daran gewöhnst Nein zu sagen, desto mehr wirst Du feststellen, dass Du Dich in Deiner Haut wohler fühlst. Weil Du mehr bei Dir bist, weil Du zu Deinen Prinzipien stehst. Aber noch etwas anderes wirst Du erfahren: Du wirst im Ansehen Deines Umfeldes steigen. Warum? Weil Du einen Standpunkt hast und Dich traust, diesen auch zu vertreten. Grundsätzlich gilt: Wenn Du Nein sagst, dann sagst Du eigentlich „Ja“. Ja zu mehr Klarheit, Ja zu mehr Verbindlichkeit, Ja zu mehr Charisma.

 

Schaffe Deine eigene Wertehierarchie

Schaffe Deine eigene Wertehierarchie, anstatt Dich immer nur weitertreiben zu lassen. Stelle Dich vor einen Spiegel, wenn Du merkst eine Situation „Ja/Nein“ überfordert Dich. Schaue Dir in die Augen, lasse die Situation vor Deinem Inneren ablaufen, spüre in Dich hinein wie es Dir damit geht und sage Dir: „Ich entscheide, wofür es sich lohnt, sich ins Zeugs zu legen – und was unwichtig ist. Ich entscheide mich für mich und meine Bedürfnisse!“

 

Ein Nein ist ein Ja zu Dir selbst – zur Selbstliebe

„Die Liebe bleibt!“, sagte bereits der Apostel Paulus in seinem Brief an die Christen in Korinth. Die Liebe beginnt mit einem Ja. Das zeigt sich in dem Versprechen der Brautpaare in aller Welt „Ja, ich will“, das „Ja“ der werdenden Mutter zu ihrem heranwachsenden Fötus in ihrem Bauch, ein „Ja“ der Eltern zu ihrem Kind sowie auch das „Ja“ des Kindes zu seinen Eltern, denn die Kinder, wir Menschen, wollen nur eins: in Kooperation mit unseren Bezugspersonen gehen. Das Ja ist sozusagen „das sprachliche Symbol der Liebe“ (Jesper Juul, Familientherapeut). Gleichzeitig muss in der Liebe auch ab und an ein Nein gesprochen werden. Das ist besonders wichtig auf dem Weg zur Selbstfindung; zur Selbstliebe.

 

Das freundliche Nein

Indem wir das „freundliche Nein“ üben, machen wir uns klar, dass jedes freundliche Nein zu einem anderen Menschen, ein Ja zu uns selbst ist. Wie funktioniert das? Wie setze ich das um? Ganz einfach: entscheide Dich für einen gemütlichen Feierabend mit Deinem Mann und genießt gemeinsam eine Flasche Wein – anstatt dass Du in der Küche stehst und noch einen Kuchen für das Frühlingsfest im Kindergarten bäckst. Das freundliche Nein kann auch bedeuten, dass Deine Bürotüre manchmal zu ist, aber zu bestimmten, vorhersehbaren Zeiten auch wieder offen. Darauf können sich auch Deine Kolleg*innen bzw. Mitmenschen einstellen. Die wissen dann, sie kriegen nicht 100 Prozent offene Tür oder 100 Prozent selbst gebackenen Bio-Kuchen – aber trotzdem alles, was sie brauchen: Die Möglichkeit, mit jemandem zu reden oder einen leckeren Kuchen. Aber eben vom Bäcker.

 

Setze Prioritäten

Lerne Prioritäten zu setzen und Deine eigene Wertehierarchie zu schaffen. In dieser Hierarchie ist der Abend mit Deinem Mann nach einem langen Arbeitstag mehr wert als diese Frauengruppe, der Du Dich mit einem Bio-Kuchen anpassen willst. Was natürlich nicht heißt, dass Du jetzt für niemanden mehr Kuchen backen sollst. Deine Kinder oder liebste Freundin bekommen natürlich einen. Weil sie Dir wichtig sind und die Freundschaft mit Deiner Freundin einen hohen Stellenwert hat. Das sind dann klare Prioritäten und Werte, die man sich in einer ruhigen Minute klarmacht. Merke Dir: Klarheit schafft Verbindlichkeit!
Woran liegt es, dass so viele Menschen nicht Nein sagen können? Zum einen spielen häufig einschränkende Glaubenssätze und Überzeugungen eine Rolle. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Wenn ich jetzt Nein sage, mag mich mein Geschäftspartner nicht mehr
  • Wenn ich jetzt Nein sage, verletze ich mein Gegenüber
  • Wenn ich jetzt Nein sage, verliere ich meinen Kunden
  • Wenn ich jetzt Nein sage, denkt mein Chef, ich wäre faul

Dann gibt es da noch die Angst vor Ablehnung, Zurückweisung oder möglichen Konflikten. Doch der Grund, warum Menschen am häufigsten Ja sagen, obwohl sie eigentlich Nein meinen, ist ein anderer: Sie wollen es allen und jedem recht machen.
Genau darin liegt das große Dilemma. Es ist nicht nur vollkommen unmöglich, sondern es führt direkt zum noch viel größeren Problem: Je mehr wir versuchen, es allen anderen recht zu machen, desto mehr vergessen wir unsere eigenen Werte, Bedürfnisse und Prinzipien. Die Folgen: Stress, Unzufriedenheit und das nagende Gefühl, immer nur ausgenutzt zu werden; um nur ein paar zu nennen. Ich behaupte: Je mehr Du auf Deine inneren Bedürfnisse hörst, desto größer werden auch Deine Erfolge im Außen sein. Dafür bedarf es nur eins: Lerne, Nein zu sagen, wenn Du etwas nicht willst.

 

10 wirkungsvolle Tipps, um besser Nein sagen zu können

  • Akzeptiere, dass Du es nicht allen recht machen kannst und schon gar nicht musst
  • Nein zu sagen, bedeutet nicht, dass Du egoistisch handelst und nicht für andere da sein kannst
  • Höre auf Deine Werte, Bedürfnisse und Prinzipien. Sie bilden die Grundlage für jede Deiner Entscheidungen
  • Überprüfe Deine Glaubenssätze und ersetze hinderliche Überzeugungen durch solche, die Dich weiterbringen
  • Sage Nein, wenn Du Nein meinst. Klarheit schafft Verbindlichkeit!
  • Beginne vor dem Spiegel. Schaue Dir in die Augen und sage dann mit fester Stimme: Nein!
  • Fange bei kleinen Dingen/Situationen an und steigere Dich langsam
  • Nimm´ Deine Reaktionen auf Dein Nein ganz genau wahr
  • Begründe im Zweifelsfall Dein Nein, aber entschuldige Dich nicht dafür
  • Je mehr Du weißt, was Du willst, desto leichter fällt es Dir Nein zu sagen

Und jetzt interessiert mich natürlich: Wie gehst Du mit dem Thema um? Wie schaffst Du es, auch in schwierigen Situationen Nein zu sagen? Schreibe mir gerne einen Kommentar, oder auch gerne eine persönliche Nachricht. Ich freue mich darauf!

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