Gesund und entspannt in den Familienurlaub starten – Freizeitkrankheit vorbeugen und achtsam reisen
Endlich Urlaub – und plötzlich krank? Viele Menschen erleben genau das: Kaum ist der Koffer ausgepackt, meldet sich die Erkältung, der Magen rebelliert oder die Stimmung kippt. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von der sogenannten Freizeitkrankheit (Leisure Sickness).
Die Freizeitkrankheit (Leisure Sickness) beschreibt das Phänomen, dass Menschen gerade dann krank werden, wenn sie endlich Urlaub haben. Der Körper reagiert auf den abrupten Stressabfall mit Infekten, Kopfschmerzen oder Erschöpfung. Besonders betroffen sind Menschen mit hoher Alltagsbelastung – und damit häufig Mütter, die zwischen Job, Haushalt und Kindern dauerhaft funktionieren müssen.
Damit Ihr Familienurlaub nicht von Streit, nörgelnden Kindern oder Erschöpfung überschattet wird, sondern wirklich eine Zeit der Erholung für alle wird, finden Sie hier therapeutisch orientierte Tipps:
1. Vorbereitung: Schon vor dem Urlaub für Entlastung sorgen – Stress rausnehmen, Entlastung reinholen
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Stress nicht mit in den Urlaub nehmen
Versuchen Sie, die letzten Tage vor der Abreise nicht bis zum Rand zu füllen. Lieber rechtzeitig Übergaben im Job regeln und Aufgaben daheim aufteilen. Auch Kinder profitieren, wenn Sie in die Vorbereitungen eingebunden werden (z. B. beim Kofferpacken oder beim Planen von Ausflügen). -
Innere Haltung bewusst verändern
Perfektionismus loslassen: Der Urlaub muss nicht “perfekt” sein, damit er erholsam wird. Ein paar unausgepackte Spielsachen oder ein nicht optimal geplantes Programm sind kein Drama – manchmal entsteht gerade aus der Spontanität das Schönste. -
Eigene Bedürfnisse ernst nehmen
Als Mutter denken Sie oft zuerst an die Kinder und den Partner. Doch Erholung funktioniert nur, wenn auch Ihre Bedürfnisse einen Platz haben. Überlegen Sie im Vorfeld: Was brauche ich, um im Urlaub Kraft zu tanken? (z. B. täglicher kurzer Spaziergang, eine halbe Stunde Ruhe mit einem Buch, Yoga am Morgen).
➡️ Tipp: Schreiben Sie eine kleine „Urlaubs-Wunschliste“ – für jedes Familienmitglied, inklusive Ihrer eigenen Wünsche. So fühlen sich alle gehört.
2. Vor Ort: Erholung für Alle ohne Streit und Überforderung – Jeder darf zu seinem Recht kommen
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Absprachen in der Familie treffen
Besprechen Sie vorab mit dem Partner, welche Zeiten jeder für sich bekommt. Vielleicht übernimmt er morgens das Frühstück mit den Kindern, während Sie eine Runde laufen, oder Sie gestalten abends das gemeinsame Vorlesen, während er einen Moment für sich hat. So fühlt sich niemand überfordert oder zurückgesetzt. -
Kleine Auszeiten bewusst einplanen
Es muss nicht immer ein Wellness-Tag sein – oft reichen schon 15 Minuten allein auf der Terrasse, ein kurzer Spaziergang, ein Buch am Pool, 10 Minuten Atemübungen, eine Meditation am Strand oder ein kleiner Bummel durchs Dorf. Wichtig ist, dass es Ihre Zeit ist. -
Balance zwischen Aktivität und Ruhe finden
Gerade Kinder wollen im Urlaub viel erleben – Strand, Schwimmbad, Abenteuer. Versuchen Sie, Aktivitäts- und Ruhephasen zu kombinieren: vormittags Planschen, nachmittags eine Siesta im Schatten. Das tut nicht nur den Kleinen, sondern auch Ihnen gut.
➡️ Tipp: Legen Sie „stille Zeiten“ fest, in denen jedes Familienmitglied einer ruhigen Beschäftigung nachgeht.
3. Nachsorge: Den Urlaubseffekt in den Alltag mitnehmen – Somit den Erholungseffekt verlängern
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Rituale aus dem Urlaub mitnehmen
Vielleicht haben Sie im Urlaub eine neue Gewohnheit entdeckt – gemeinsames Abendspazierengehen, ein Familienfrühstück ohne Handy oder eine kurze Atemübung. Solche kleinen Rituale lassen sich auch zuhause integrieren und verlängern das Gefühl von Erholung. -
Übergang sanft gestalten
Wenn möglich, planen Sie nach dem Urlaub noch 1–2 Tage zuhause ein, bevor der Alltag wieder startet. So vermeiden Sie das Gefühl, sofort wieder „funktionieren“ zu müssen. -
Feedback-Runde – Offen sprechen
Tauschen Sie sich mit Ihrem Partner und den Kindern darüber aus, was im Urlaub gut funktioniert hat und was beim nächsten Mal anders laufen könnte. Das stärkt das Gefühl, als Familie gemeinsam Verantwortung zu tragen.
4. Therapeutischer Blick: Die Familie als Team stärken
Familienurlaub bedeutet Nähe – und manchmal auch Reibung. Damit daraus keine Dauerbelastung wird:
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Jeder darf Bedürfnisse haben – ob Ruhe, Abenteuer oder Nähe. Wichtig ist, dass diese ausgesprochen und respektiert werden. Jeder darf Wünsche äußern – auch Mama!
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Achtsamkeit praktizieren – kurze gemeinsame Atemübungen oder ein „Dankbarkeitsmoment“ vor dem Schlafengehen können helfen, Stress abzubauen. Kleine Rituale fördern Nähe und Ruhe.
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Konflikte vorbeugen – klare Absprachen (z. B. „Heute suchst du das Ausflugsziel aus, morgen ich“) reduzieren Streit.
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Selbstfürsorge vorleben – Kinder lernen von Ihnen: Wenn Sie zeigen, wie Sie mit Stress umgehen und dass Sie Ihre eigenen Grenzen ernst nehmen, verstehen auch sie, dass Erholung für alle wichtig ist.
Fazit: Urlaub ohne Stress ist möglich
Die Freizeitkrankheit erinnert uns daran, wie sehr Körper und Seele auf Dauerstress reagieren. Der Familienurlaub kann eine Chance sein, innezuhalten – wenn wir uns gut vorbereiten, achtsam miteinander umgehen und auch uns selbst nicht vergessen.
Ein gelungener Familienurlaub bedeutet nicht, alles perfekt zu machen – sondern gemeinsam achtsam zu gestalten. Wenn Sie Ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen, klare Absprachen treffen und auf kleine Auszeiten achten, wird der Urlaub zur echten Kraftquelle für alle.
So gelingt es, Streit und Stress zu vermeiden, Freizeitkrankheit vorzubeugen und als Familie wirklich erholt zurückzukommen.
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Alles Liebe,
deine Michaela
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